Auf dem Weg zum Fair-Trade-Landkreis Saarlouis: Erste Sitzung der Steuerungsgruppe

  

Auf dem Weg zum Fair-Trade-Landkreis Saarlouis hat sich die dafür zuständige Steuerungsgruppe zur gezielten Planung weiterer Vorhaben nun erstmalig getroffen. Landrat Patrik Lauer betonte, dass das Ziel, „Fairtrade Landkreis Saarlouis“ zu werden, als eine Daueraufgabe verstanden werden muss. Bei dem Vorhaben den „Fairtrade“-Gedanken „in die Fläche“ zu bringen, gebe es bereits viele Erfolge zu verzeichnen: Beispielsweise in den ausgezeichneten Aktionen im Rahmen des Bundesprojektes „Faire Schulklasse“, an der einige Schulen des Landkreises erfolgreich teilgenommen haben. Aber auch zahlreiche andere Einzelprojekte verschiedener gesellschaftlicher und kirchlicher Organisationen sowie einiger engagierter Hotellerie- und Gastronomiebetriebe, zeigen, dass sich der Landkreis Saarlouis insgesamt auf einem guten Weg befinde, so Landrat Lauer. WFUS-Geschäftsführer Jürgen Pohl betonte aus Sicht der Wirtschaftsförderung des Landkreises die Verknüpfung von „Fair“ und „Regional“. Die Beschäftigung mit dem Thema „Fairer Handel“ sollte auch die Bedeutung der Produktion und der Vermarktung regionaler Produkte im Zusammenhang mit dem Ziel der regionalen Wertschöpfung im Auge behalten. „ Fairer Handel und Regionalität ergänzen sich in vieler Hinsicht“, sagte Pohl.



Die Steuerungsgruppe hat gemeinsam folgende Ziele ihrer zukünftigen Arbeit im Rahmen der Fairtrade-Initiative Landkreis Saarlouis festgelegt:

  1. Als übergeordnetes Ziel, an dem sich alle zukünftigen Projekte/Aktionen im Landkreis auf dem Weg zum „Fairtrade-Landkreis“ ausrichten sollen, legt die Steuerungsgruppe die Erlangung des vom TransFair Verein vergebenen Siegels bis Ende 2016 fest. Dazu soll ein eigenes Landkreis-Logo entwickelt werden, dass das Motto „Fair und Regional – Landkreis Saarlouis!“ als Bild-/Wortmarke beinhaltet.
  2. Es sollen möglichst viele Schulen im Landkreis motiviert werden, sich mit einem Projekt zum Thema „Faire und Regionale Mittagsverpflegung“ in ihrer Schule zu engagieren und dabei fair gehandelte Produkte zu verwenden bzw. anzubieten. In jeder der 13 Kommunen im Landkreis soll möglichst eine Schule gefunden werden, die als „Botschafter des Fairtrade-Gedankens“ die Bemühungen des Landkreises, Fairtrade-Landkreis zu werden, partnerschaftlich unterstützt.
  3. Zur Erfüllung des Kriteriums „landkreisweit mindestens 31 Einzelhandelsgeschäfte und 16 Gastronomie- bzw. Hotelleriebetriebe zu gewinnen“, soll auf Vorschlag von Agnès Buschendorf (Victor`s Residenz Hotel Saarlouis) eine Rund-E-Mail-Abfrage-Aktion „Wer bietet Fairtrade-Produkte an?“ erfolgen. Auf Vorschlag von Jürgen Pohl könnten Schulklassen z.B. im Rahmen von Projekten zum Thema „Fairtrade“ in ihren jeweiligen Kommunen eine Übersicht erstellen, welche Einzelhändler fair gehandelten Produkte anbieten und dieses Angebot dokumentieren. Das Ergebnis dieser Arbeit könnte dann auf der WFUS-Homepage (Button „Fairtrade-Landkreis Saarlouis“) veröffentlicht werden (= Erfüllung eines vom TransFair Vereins geforderten Kriteriums!).
  4. Um eine effiziente Öffentlichkeitswirksamkeit zu erzielen, sollen die Akteure (Bündnispartner) alle Beiträge über ihre eigenen Aktivitäten im Rahmen der Fairtrade-Initiative an die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Untere Saar mbH (wfus@kreis-saarlouis.de) mailen. Das dort eingerichtete Portal soll dann die Funktion einer zentralen Fairtrade-Landkreis-Internet-Plattform erfüllen. Ergänzend können alle Partner durch (gegenseitige) Verlinkung mit der WFUS-Homepage auf ihrer eigenen Homepage (wenn vorhanden) für das Bündnis werben.
Als nächste Aktion soll auf Vorschlag von Jürgen Pohl ein „interner“ Info-Abend für die Mitglieder der Steuerungsgruppe stattfinden. Vertreter vom TransFair Verein Köln sowie von Fairtrade Town Saarbrücken sollen den Mitgliedern der Steuerungsgruppe detaillierte Informationen bzw. Umsetzungs-Tipps geben. Die WFUS wird den Infoabend für Januar/Februar 2016 vorbereiten.

Der Steuerungsgruppe gehören Vertreter aus der Kreisverwaltung, aus kirchlichen Organisationen, der Gastronomie/Hotellerie, dem (Einzel-)Handel, Dritte-/Eine-Welt-Initiativen sowie aus Schulen und Vereinen an. Jürgen Pohl wurde einstimmig zum Koordinator der Steuerungsgruppe gewählt. Bernd Maus, Mitarbeiter der Kreisverwaltung, wird sein Stellvertreter. Sprecherin der Steuerungsgruppe ist Helene Elisabeth Lecomte (Kastell Teufelsburg Artcafé, Überherrn-Oberfelsberg).




Schulklassen aus Lebach und Wadgassen sind „Faire Klassen“

  

Kreis Saarlouis (pdl) Bundesweit dürfen sich seit diesem Schuljahr 56 Schulklassen "Faire Schulklasse - Klasse des Fairen Handels" nennen. Mit diesem Siegel zeichnet die Fairtrade Initiative Saarbrücken Klassenverbände aus, die sich im besonderen Maße mit fairem Handel beschäftigen und die unterschiedlichen Themenaspekte des Fairen Handels auch im Unterricht behandeln. In diesem Jahr kommen die „Fairen Schulklassen“ aus Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Thüringen und aus Luxemburg. Unter ihnen sind auch drei Schulen aus dem Landkreis Saarlouis: die Klasse 6c der Bisstalschule in Wadgassen hatte sich in diesem Schuljahr mit den dunklen Seiten der Kakaoproduktion intensiv auseinander gesetzt. Auf die Missstände wiesen die Schülerinnen und Schüler anlässlich des Schulfestest mit selbst gestalteten Postern hin. Die Klassen 7a und 7b der Theeltalschule in Lebach betrieben während des Schuljahres mehrmals einen Verkaufsstand zum Fairen Handel (z.B. einen Adventsverkauf von fairen Waren) und realisierten zum Valentinstag eine öffentlichkeitswirksame Aktion zu Rosen aus fairem Handel. Anlässlich einer Feierstunde im Saarbrücker Schloss wurde den Schülern ihre Auszeichnung überreicht. „Wir befinden uns zurzeit auf dem Weg zum Fair-Trade-Landkreis Saarlouis. Dabei sind die Schulen im Landkreis wichtige Mitstreiter, um dieses Ziel auch zu erreichen“, freute sich Jürgen Pohl, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Untere Saar (WFUS), anlässlich der Titelvergabe an die Landkreis-Schulen. Außerdem sei es wichtig, junge Menschen schon früh über Fairen Handel und die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Dritten Welt aufzuklären. „Das ist eine Grundvoraussetzung, damit Menschen ihre Lebenschancen in den Bereichen Bildung und Gesundheit, aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht, verbessern können“, erklärt Pohl.

 Im kommenden Schuljahr findet der Wettbewerb „Faire Schulklassen - Klassen des Fairen Handels“ wieder statt. Bewerben können sich alle Grundschulklassen und Klassen an weiterführenden Schulen.

Informationen unter: www.faire-klasse.de.



Klasse 6c Bisttalschule Wadgassen (li.: WFUS-GF Jürgen Pohl)




Klassen 7a und 7b Theeltalschule Lebach (2.v.re.: WFUS-GF Jürgen Pohl)




Auf dem Weg zum Weg zum Fair-Trade-Landkreis Saarlouis: Steuerungsgruppe gebildet

  

Kreis Saarlouis (pdl) Der Landkreis Saarlouis hat sich bei dem Verein „TransFair“ um die Anerkennung als Fair-Trade-Landkreis beworben. Erklärtes Ziel ist es, unter dem Motto „Landkreis Saarlouis-Fair und Regional“ einer der ersten Fair-Trade-Landkreise im Saarland zu werden und gleichzeitig den Handel regional erzeugter Produkte zu fördern. Dadurch sollen die bestehenden lokalen Wirtschaftsstrukturen gestärkt und gleichzeitig ein Bewusstsein für den Konsum fair gehandelter Produkte geschaffen werden. Um die vielen Aktionen und bereits existierenden Strukturen zum Thema „Fair-Trade“ im Landkreis zu bündeln, wurde anlässlich eines ersten Runden Tisches im Landratsamt Saarlouis eine Steuerungsgruppe bestehend aus Vertretern von Schulen, Kirchen, Gastronomen, des Kreistages und der Kommunen gebildet. Referentin Fleurance Laroppe von der Fairtrade Initiative Saarbrücken informierte die rund 50 Anwesenden, warum fair gehandelte Waren für die in Afrika und Südamerika lebenden Menschen existentiell wichtig sind: „Eine Milliarde Menschen leben von weniger als einem Dollar pro Tag. Insbesondere die Kleinbauern sind auf faire und stabile Einnahmen angewiesen, um sich und ihre Familien ernähren zu können“, berichtet Laroppe, die auch mehrere Jahre in der afrikanischen Entwicklungshilfe tätig war. Bundesweit gäbe es 340 Fair-Trade-Städte. Landkreise hätten sich bisher nur wenige angemeldet.

„Die gestiegene Anzahl an Flüchtlingen zeigt: In unserem globalen Wirtschaftssystem läuft etwas grundlegend falsch. Gerade die Menschen in den Entwicklungsländern müssen für ihre Arbeit angemessen entlohnt werden. Dazu wollen wir unseren Teil beitragen und im gesamten Landkreis für einen fairen Handel werben.“ Gleichzeitig werde der Fokus auch auf Produkte aus der Region gelegt. „Dadurch wird der Landkreis seiner globalen Verantwortung gerecht und stärkt zeitgleich den regionalen Handel vor Ort“, so Lauer.

Unter anderem benötigt der Landkreis 31 Einzelhändler und 16 Gastronomiebetriebe mit im Boot, um „fair“ aufgestellt zu sein. Die 30 weiterführenden Schulen seien bei diesem Thema bereits sehr aktiv, berichtet die Schulentwicklungsplanerin Nathalie Sadik. Das Saarlouiser Stadtgartengymnasium beispielsweise habe sich erst kürzlich um den Titel „Fair-Trade-Schule“ beworben. Die Steuerungsgruppe soll jetzt den weiteren Weg des Fair-Trade-Landkreises Saarlouis betreuen. „Bereits Vorhandenes muss gebündelt und ausgebaut, zukünftige müssen Aktionen geplant werden“, erklärt Jürgen Pohl, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Untere Saar (WFUS), das weitere Vorgehen. WFUS koordiniert die Landkreis-Aktivitäten auf dem Weg zum „Fairtrade-Landkreis“. „Nach den Sommerferien laden wir zur konstituierenden Sitzung der Steuerungsgruppe ein“, so Pohl.



Folgende Personen konnten für die Mitarbeit in der Steuerungsgruppe gewonnen werden: Heidi Detzler, Esther Woll, Jürgen Adam, Agnes Buschendorf, Anne Wilhelm, Silvia Koch, Stefan Schmitt, Helene Elisabeth Lecomte, Bernd Maus, Anneliese Marschibois, Ingeborg Schmitt, Peter Lehnert, Stefan Behr, Annette Maurer, Nathalie Sadik, Jürgen Pohl und Landrat Patrik Lauer.

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Landkreis Saarlouis auf dem Weg zum Fair-Trade-Landkreis

  

Kreis Saarlouis (pdl) Der Landkreis Saarlouis hat sich zum Ziel gesetzt, Fair-Trade-Landkreis zu werden. Um das begehrte Zertifikat des Vereins „TransFair“ zu erhalten, müssen strenge Kriterien erfüllt werden. So sind beispielsweise kreisweit 30 Einzelhandelsgeschäfte sowie 15 Gastronomiebetriebe zu benennen, die fair gehandelte Produkte anbieten. Landrat Patrik Lauer freut sich, nun ein weiteres Unternehmen auf dem Weg zum Fair-Trade-Landkreis mit ins Boot nehmen zu können: das Victor´s Residenz Hotel in Saarlouis. Direktorin Agnès Buschendorf war zunächst skeptisch, setzt sie doch gerne auf regionale Produkte. Aber Landrat Lauer und der Geschäftsführer des Wirtschaftsförderungsverbandes Untere Saar e.V., Jürgen Pohl, konnten sie schnell überzeugen. „Denn“, so Pohl, „Regionalität und Fair Trade schließen sich nicht gegenseitig aus. Im Gegenteil, beides kann sich prima ergänzen.“ So könne man beim Frühstücksbuffet beispielsweise fair gehandelten Kaffee und Tee anbieten und daneben Honig und Schinken aus der Region auftischen. Oder aber das heimische Rinderfilet mit „fairem“ Pfeffer würzen. Agnès Buschendorf war erstaunt über die große Vielfalt, die der Markt an fairen Produkten vorhält und freut sich, mit dem künftigen Einsatz von Fair-Trade-Artikeln in ihrem Hotelbetrieb ein Zeichen für die Bekämpfung von Armut und sozialer Gerechtigkeit setzen zu können.
„Gemeinsam mit vielen Akteuren wollen wir den fairen Handel im Landkreis Saarlouis langfristig etablieren“, beschreibt Landrat Patrik Lauer das Ziel der Initiative. „Es ist schön zu sehen, dass bei vielen Menschen das Bewusstsein für menschenwürdige und umweltschonende Produktions- und Handelsbedingungen wächst.“
Dieses Bewusstsein zu stärken und gleichzeitig die bestehenden lokalen Wirtschaftsstrukturen zu fördern, ist Ziel des einstimmig vom Kreistag beschlossenen Bestrebens, Fair-Trade-Landkreis zu werden.

Foto: Landrat Patrik Lauer testet gemeinsam mit Victor´s-Direktorin Agnès Buschendorf und WFUS-Geschäftsführer Jürgen Pohl (v.l.n.r.) den fair gehandelten Kaffee pdl/Foto: Silke Hans

Landrat Patrik Lauer startet „Fair-Trade-Sommertour“ im Kreis Saarlouis

  

Kreis Saarlouis (pdl) Der Landkreis Saarlouis hat sich bei dem Verein „TransFair“ um die Anerkennung als Fair-Trade-Landkreis beworben. Erklärtes Ziel ist es, die bestehenden lokalen Wirtschaftsstrukturen zu stärken und gleichzeitig ein Bewusstsein für den Konsum fair gehandelter Produkte zu schaffen. Um dabei möglichst viele Menschen zu erreichen, setzt der Landkreis auf die Vernetzung bereits verantwortungsbewusst handelnder Unternehmer und Gastronomen. Im Zuge seiner „Fair-Trade-Sommertour“ hat Landrat Patrik Lauer zwei Standorte mit regionalem und fairem Vorbildcharakter im Landkreis Saarlouis besucht.


Ein Blick in den liebevoll eingerichteten Fair-Trade-Laden "la Tienda" in Saarlouis.

Feinste Schokolade, eine große Auswahl an speziellen Teesorten, Kaffee, ausgefallene Kunstwaren und noch so einige Erzeugnisse aus fairem Handel mehr bietet das Fair-trade- Angebot im „La tienda“ in Saarlouis. Der kleine, mit viel Liebe geführte Dritte-Welt-Laden in der Weißkreuzstraße war ein Ziel der „Fair-Trade-Sommertour“ von Landrat Patrik Lauer. Mit dem engagierten Ziel, der erste saarländische „Fair-trade-Landkreis“ zu werden, hat es sich der Kreis Saarlouis zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Akteure im Bereich des fairen Handels mit ins Boot zu nehmen. Beim ersten offiziellen gemeinsamen Austausch wurde der in der Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins „La Tienda e. V.“ gelegene Betrieb zu einem Treffpunkt der Informations- und Ideensammlung. Die Stadt Saarlouis geht bereits seit drei Jahren als „Fair-Trade-Stadt“ mit bestem Beispiel voran. „Hier wollen wir aufsatteln und weitere Unternehmer und Kommunen für dieses Thema gewinnen. Gemeinsam wollen wir den fairen Handel im Landkreis Saarlouis langfristig etablieren“, erklärte Landrat Patrik Lauer beim Informationsgespräch. Dabei unterstützt der Faire Handel die Produzenten in den Entwicklungsländern beispielsweise durch die Zahlung von Mindestpreisen, die über dem geltenden Weltmarktpreis liegen. Zugleich sind die Förderungen besserer Arbeitsbedingungen, umweltschonender, nachhaltiger Herstellungsmethoden, einer selbstbestimmten Zukunft für die Erzeuger sowie das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit genannte Ziele. Seit knapp 10 Jahren schon stehen die ehrenamtlichen Betreiber von „la tienda“ dafür ein, diese Ideale Wirklichkeit werden zu lassen. Bis zu 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit viel Herz und Verstand derzeit „im Lädchen“ im Einsatz. Alle Erlöse aus dem Geschäftsbetrieb kommen über den Verein Projektpartnerschaft Dritte Welt e.V. Saarlouis unterstützenden Konzepten in Dritte-Welt-Ländern zugute. „In diesem schönen Lädchen finden sich zahlreiche hochwertige und geschmackvolle Produkte, die durch faire und existenzsichernde Preise weltweit menschenwürdige Arbeitsbedingungen schaffen“, betonte Landrat Lauer.


Margret Schu und Landrat Patrik Lauer

Essentiell für unsere Region sei aber nicht nur gerechtes, sondern auch ein lokales Wirtschaften: „Regionale Verarbeitungsstrukturen müssen erhalten und noch weiter ausgebaut werden. Wir brauchen regionale Mühlen, Molkereien oder Bäcker. Wir brauchen regionale Schlachthöfe, damit die Tiere nicht stundenlang durch die Gegend transportiert werden müssen.“ Entsprechend könne jeder Einzelne durch den Kauf von Erzeugnissen aus der heimischen Region, ergänzt durch fair gehandelte Produkte aus aller Welt, den Gedanken der Nachhaltigkeit in seinem Alltag umsetzen, beschrieb Jürgen Pohl, Geschäftsführer des Wirtschaftsförderungsverbandes Untere Saar e.V., die dahinterstehende Idee des Vorhabens.


WFUS-Geschäftsführer Jürgen Pohl und Landrat Patrik Lauer im Gespräch mit den "La-Tienda"-Gründungsmitgliedern Sieglinde Hesidenz und Maria Adam sowie dem Vorsitzenden des Vereins Projektpartnerschaft Dritte Welt e.V. Saarlouis, Jürgen Adam (v.l.n.r.).

Dass man diese beiden Aspekte im Gastronomiebereich wunderbar kombinieren kann, beweist Restaurantchef Jürgen Trampert. Seit vielen Jahren schon setzt der Inhaber des „Alten Pfarrhauses“ auf die Verarbeitung biologischer Produkte aus der Region. Daneben finden sich in der Restaurantküche viele Waren aus fairem Handel. „Regional und fair ist ja kein Widerspruch. Im Gegenteil! Das Ganze ergänzt sich wunderbar.“ Was nicht hier in der regionalen Wertschöpfung produziert wird, beispielsweise Kaffee oder Gewürze, bezieht er aus fairem Handel. So kommt es nicht selten vor, dass Küchenchef Dieter Thoni ein Rinderfilet aus der regionalen Produktion mit afrikanischem Pfeffer würzt oder dass das an der Pasta verwendetet Olivenöl mit einem Fair-Trade-Siegel versehen ist. Landrat Patrik Lauer war von diesem vorbildlichen Einsatz im „Alten Pfarrhaus“ begeistert: „Es ist angesichts eines immer globaleren und anonymeren Lebensmittelmarktes schön zu sehen, wenn sich Unternehmer auf regionale und faire Wirtschaftskreisläufe besinnen.“ Und geschmacklich mache das Restaurant ebenfalls einiger her. „Hier kann man mit noch mehr Freude und Bewusstsein das Essen genießen“, resümierte der Landrat bei einem Teller mit traditioneller saarländischer Kartoffelsuppe.


Jürgen Pohl, Patrik Lauer, Restaurantinhaber Jürgen Trampert und der Küchenchef im "Alten Pfarrhaus" Dieter Thoni (v.l.n.r.) bei einem Teller Kartoffelsuppe aus regionalen Zutaten.